
Die römische Eroberung verschlechterte die Gesundheit im antiken Britannien
Eine kürzliche Untersuchung, die Knochenreste aus der Eisenzeit und der römischen Periode in Großbritannien untersucht, liefert einen überzeugenden Schluss: Das Wohlbefinden der Bevölkerung nahm nach der Ankunft der Legionen signifikant ab. Die Studie kontrastiert die vermeintliche römische Friedenszeit mit einer biologischen Realität, die viel grausamer ist. 🦴
Die Knochen erzählen eine Geschichte des Niedergangs
Die Wissenschaftler analysierten Skelette aus Friedhöfen in Gebieten wie Dorset und Yorkshire. Beim Vergleich beider Perioden stellten sie einen klaren Anstieg von Markierungen für traumatische Verletzungen, Anzeichen von Infektionen und Beweisen für Ernährungsdefizite bei den Individuen fest, die unter römischer Herrschaft lebten. Darüber hinaus nahm die durchschnittliche Körpergröße ab, ein robuster Indikator dafür, dass die Lebensbedingungen härter wurden und der biologische Stress zunahm.
Wichtige Erkenntnisse aus den Knochenresten:- Anstieg von Frakturen und Verletzungen durch repetitive Belastung.
- Vorhandensein von Periostitis und anderen Knocheninfektionen.
- Marker für Anämie und andere Ernährungsdefizite.
Zivilisation bringt nicht immer Wohlbefinden; Fortschritte in der Infrastruktur können einen unerwarteten menschlichen Preis haben.
Der Einfluss der Urbanisierung und der Ernährung
Die Forscher verknüpfen diesen körperlichen Niedergang mit zwei Hauptveränderungen, die von den Römern vorangetrieben wurden. Erstens führte die Gründung von Städten und Militärlagern zu Überbevölkerung, was die rasche Ausbreitung von Pathogenen begünstigte. Zweitens gab es einen drastischen Wechsel in der Ernährung. Die Diät wurde abhängiger von einem einzigen Anbau, hauptsächlich Weizen, auf Kosten der proteinreichen Vielfalt aus der Eisenzeit.
Negative Veränderungen im Lebensstil:- Zusammenballung von Menschen in städtischen Räumen, die Krankheiten verbreitete.
- Übergang von einer vielfältigen Diät mit Milchprodukten und Fleisch zu einer getreidebasierten.
- Allgemeine Reduktion der Aufnahme hochwertiger Proteine.
Eine nuanciertere historische Perspektive
Diese Studie stellt die traditionelle Erzählung vom linearen Fortschritt infrage. Sie zeigt, dass Phänomene, die mit "Fortschritt" assoziiert werden, wie Urbanisierung und großflächige Landwirtschaft, schwere Folgen für die öffentliche Gesundheit haben können. Die Knochen des antiken Britannien belegen, dass die römische Eroberung, jenseits von Aquädukten und Straßen, auch neue Krankheiten einführte und die körperliche Widerstandsfähigkeit der lokalen Bevölkerung schwächte. Das knöcherne Erbe unterstreicht den menschlichen Preis der imperialen Expansion. ⚖️