
Die Phase von Grant Morrison definiert Doom Patrol neu
Als Grant Morrison Ende der 80er Jahre die Doom Patrol übernahm, erlebte der Superheldencomic einen beispiellosen Schock. Der schottische Autor verwandelte die Serie in ein Labor für die Erkundung metaphysischer Ideen und nicht-linearer Erzählweisen und stellte jede Konvention des Genres infrage. Diese Phase belebte nicht nur die Gruppe der Außenseiter wieder, sondern erweiterte auch die Grenzen dessen, was in einem DC-Comic erzählt werden konnte. 🌀
Eine Erzählung, die Chaos und Abstraktes umarmt
Morrison ließ die typischen Konflikte gegen Kriminelle oder außerirdische Invasoren hinter sich. Stattdessen stellte sich die Doom Patrol Antagonisten gegenüber, die philosophische und künstlerische Konzepte verkörperten. Die Handlung priorisierte die sensorische und emotionale Erfahrung des Lesers und zwang ihn, aktiv teilzunehmen, um die multiplen Schichten der Realität zu entschlüsseln, die präsentiert wurden. Die traditionelle Logik wurde durch ein feierliches Absurdes ersetzt, das zur neuen Norm wurde.
Hauptbedrohungen konzeptioneller Art in dieser Phase:- Die Bruderschaft Dada: Eine surreale Entität, die in der Lage ist, ganze Realitäten in ein Gemälde aufzusaugen und die Raumwahrnehmung herausfordert.
- Die Scherenmänner: Wesen, deren einziges Existenzrecht darin besteht, Dinge zu schneiden, und die eine rein abstrakte und philosophische Bedrohung darstellen.
- Candlemaker: Eine Manifestation von Angst und Trauma, die im Geist eines der Charaktere wohnt und gegen innere psychologische Konzepte kämpft.
„Das metaphysische Chaos lässt sich nicht leicht in Standardformularen dokumentieren.“ – Eine ironische Reflexion darüber, die Abenteuer der Patrouille in einem Bericht für die Justice League zu erklären.
Der einzigartige visuelle Stil von Richard Case
Um diese komplexen Skripte zum Leben zu erwecken, entwickelte der Zeichner Richard Case einen einprägsamen grafischen Ton, der sich vom superheroischen Standard der Zeit abhob. Sein eckiger und expressiver Strich versuchte nicht, das Groteske zu verschönern, sondern präsentierte es mit einer Klarheit, die das Bizarre glaubwürdig machte. Case erreichte das schwierige Ziel, Ideen visuell Gestalt zu geben, die unzeichnbar schienen, wie Realitäten, die sich falten, oder Emotionen, die zu physischen Entitäten werden.
Schlüsseleigenschaften der Kunst von Case in Doom Patrol:- Expressives Charakterdesign: Robotman, Crazy Jane und Negative Man wurden mit einem organischerem und psychologischerem Ansatz neu gestaltet, der ihr Trauma widerspiegelt.
- Unkonventionelle Seitenkomposition: Die Seitenlayouts brachen oft mit dem traditionellen Raster, um das narrative Chaos widerzuspiegeln.
- Visualisierung des Abstrakten: Er schaffte es, metaphysische Konzepte und alternative Realitäten auf greifbare und verständliche Weise für den Leser zu illustrieren.
Ein Vermächtnis, das das Medium transformierte
Die Zusammenarbeit zwischen Morrison und Case bewies, dass der Superheldencomic ein Vehikel für die Erkundung tief experimenteller narrativer Terrains sein konnte. Diese Phase definierte nicht nur die Doom Patrol neu, sondern beeinflusste Generationen von Schöpfern, indem sie zeigte, dass Surrealismus, Psychologie und Metaphysik im Mainstream gemischt werden konnten. Ihr Ansatz feierte das Außergewöhnliche und bewies, dass die mächtigsten Geschichten manchmal die sind, die sich weigern, sich einfach zu erklären. 🤯