Die Legende vom Kreuz des Teufels: Von Bécquer bis zur mündlichen Überlieferung

Veröffentlicht am 21. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Eine gotische Illustration, die ein altes Steinkreuz zeigt, das auf steilen Felsen bei Sonnenuntergang errichtet wurde und die übernatürliche Atmosphäre der Legende aus Cuenca heraufbeschwört.

Die Legende vom Kreuz des Teufels: von Bécquer zur mündlichen Tradition

In den Felsen in der Nähe von Cuenca erhebt sich ein Steinkreuz, dessen Ursprung durch eine schaurige Erzählung erklärt wird. Gustavo Adolfo Bécquer nahm diese Legende in seinem Werk Rimas y Leyendas auf und adaptierte sie, wodurch sie weltweiten Ruhm erlangte. Die Geschichte dient als moralisches Gleichnis über die Konsequenzen eines Pakts mit dem Bösen und den Wunsch nach Erlösung. 👑

Das übernatürliche Treffen im Barranco

Die Handlung dreht sich um einen feudalen Herrn, der für seinen rücksichtslosen Charakter und sein Leben voller Exzesse bekannt ist. Besessen von einer jungen Frau außergewöhnlicher Schönheit, verfolgt er sie in einer Nacht bis zu einem abgelegenen Ort. Im Höhepunkt, als er versucht, ihr einen Kuss aufzuzwingen, enthüllt ein Blitz die wahre Natur der Gestalt: Es ist keine Frau, sondern ein Dämon. Diese übernatürliche Vision wirkt wie ein Spiegel und zeigt ihm die Perversion seiner eigenen Taten sowie den stillschweigenden Pakt, den er mit den dunklen Mächten eingegangen war.

Schlüssellemente des Ereignisses:
  • Der Adlige handelt aus Lust und Grausamkeit.
  • Die einsame Umgebung des Barrancos verstärkt den Ton des Schreckens.
  • Die plötzliche Beleuchtung durch den Blitz enthüllt die dämonische Wahrheit.
„Man sagt, der Herr habe nach dem Schrecken aufgehört, Jungfrauen zu verfolgen, und sich der Verfolgung der Erlösung gewidmet...“

Die Buße: Ein Kreuz in den Stein meißeln

Tiefgreifend verändert durch die Erfahrung sucht der Mann seine Sünden zu sühnen. Als Akt der Buße für den Pakt, den er geschlossen hat, befiehlt er, ein großes Steinkreuz genau an dem Ort des Geschehens zu errichten. Dieses Denkmal, seitdem als Das Kreuz des Teufels bekannt, wird zu einem dauerhaften Symbol der Reue. Die Legende verleiht so einem realen Element der Landschaft von Cuenca eine starke moralische Botschaft.

Merkmale der Erlösung in der Legende:
  • Der Akt des Errichtens des Kreuzes stellt eine radikale Wendung im Verhalten des Adligen dar.
  • Das Denkmal wird zu einer physischen und moralischen Erinnerung für die Gemeinschaft.
  • Die mündliche Tradition behauptet, dass dieser spezifische Ort besucht werden kann.

Bécquer verewigt die Legende für die Nachwelt

Obwohl die Erzählung in der Region von Mund zu Mund ging, war es die Feder von Bécquer, die sie zu einem literarischen Werk machte. Der romantische Schriftsteller, Spezialist für Horrorgeschichten, adaptierte die Geschichte und betonte ihre gotische Atmosphäre und moralische Lehre. Seine Version ließ diese lokale Legende Grenzen überschreiten. Daher existiert die Erzählung auf zwei Ebenen: als Volksmärchen, das ein geographisches Wahrzeichen erklärt, und als literarisches Stück, das über das Böse, das Übernatürliche und die Möglichkeit nachdenkt, Fehler zu korrigieren. 📜