
Die Legende der riesigen Guanchen zwischen Mythos und Anthropologie
Im kanarischen Archipel verwischen die Grenzen zwischen der dokumentierten Geschichte und der volkstümlichen Erzählung und geben einen faszinierenden Bericht frei. Die Figur des Guanchen, des alten Bewohners der Inseln, wurde in der mündlichen Tradition zur Kategorie des riesigen Titanen erhoben, eines Wesens von übermenschlicher Kraft, das fähig war, die Landschaft zu formen. Diese Transformation geht über bloße Übertreibung hinaus und stellt ein kulturelles Phänomen dar, in dem der reale Untergrund mit dem Bedürfnis verknüpft ist, das Monumentale zu erklären. 🏔️
Die Titanen-Architekten des vulkanischen Territoriums
Die legendären Chroniken schreiben diesen Kolossen die Urheberschaft des zyklopischen Landschafts der Kanaren zu. Laut diesen Versionen ermöglichte ihre physische Kraft, riesige Basaltblöcke mit den Händen zu manipulieren und die rätselhaften Tagorores (Steinkreise) sowie Mauern zu errichten, die den Gesetzen der Physik zu trotzen scheinen. Bedeutende archäologische Fundstätten wie die Cueva de los Guanches auf Teneriffa oder die imposanten Formationen von Los Roques auf Gran Canaria hören auf, als bloße Siedlungen oder geologische Zufälle gesehen zu werden. Im kollektiven Imaginären werden sie zu intentionalen und testamentarischen Werken einer Rasse überlegener Wesen, die die primordialen Elemente von Erde und Feuer beherrschten.
Legendenhafte Beweise ihrer Macht:- Tagorores und steinerne Strukturen: Die Steinkreise werden nicht als Versammlungsort, sondern als bewusste Konstruktionen von Riesen interpretiert.
- Singularer Felsformationen: Große isolierte oder auf besondere Weise gestapelte Felsen werden als „Spielzeuge“ oder von diesen Wesen zurückgelassene Werkzeuge betrachtet.
- Zyklopische Mauern: Einige Überreste von großformatiger Mauerwerk werden als von übermenschlichen Händen geschaffene Befestigungen oder Abgrenzungen erklärt.
Ist es ein Laune der Geologie oder das vergessene Spielzeug eines Guanchen, der etwas Schweres zum Trainieren brauchte?
Vom kolonialen Eindruck zum dauerhaften Mythos
Der Ursprung dieser Vergrößerung liegt wahrscheinlich in einem Clash der Perspektiven. Die ersten europäischen Chronisten, die auf den Inseln ankamen, oft von zierlicherer Statur, waren tief beeindruckt von der Statur und dem Physique der aboriginalen Krieger. Historische Berichte beschreiben sie als hohe, robuste Individuen, gelegentlich blond und helläugig, was ihre Aura der Einzigartigkeit verstärkte. Dieser anfängliche Staunen, mündlich überliefert und der generationalen Hyperbel unterworfen, kristallisierte sich im Laufe der Zeit zur archetypischen Figur des Riesen. Die greifbaren Relikte, die diese Kultur hinterlassen hat, spielten eine entscheidende Rolle bei der Fütterung der Legende.
Elemente, die die Riesen-Erzählung nährten:- Knochenreste und Mumien: Der Fund von Skeletten von Individuen von großer Statur für die Epoche wurde als „Beweis“ für ihre kolossale Natur genommen.
- Großformatige Werkzeuge: Steinwerkzeuge von beträchtlicher Größe wurden als Instrumente für Titanenhände interpretiert.
- Vorwissenschaftliche Mentalität: Eine Weltsicht, die außergewöhnliche und epische Erklärungen für Phänomene suchte, die sie nicht vollständig verstand.
Schlussfolgerung: ein Erbe mit zwei Stimmen
Die Legende der riesigen Guanchen ist im Wesentlichen ein Dialog zwischen zwei Realitäten. Einerseits die anthropologische Realität, die uns von einem Volk von Hirten und Landwirten erzählt, von robuster Statur und bemerkenswerter Anpassung an eine feindliche Umwelt. Andererseits die mythopoetische Realität einer Gemeinschaft, die durch Übertreibung den Respekt, die Furcht und das Unverständnis gegenüber einer besiegten Kultur in eine epische und dauerhafte Erzählung verwandelte. So trägt jede besondere Felsformation auf den Kanaren diese Dualität in sich: Sie ist ein geologisches Datum und gleichzeitig ein Symbol einer Geschichte, die lieber mit der Stimme der Riesen spricht. 🤔