Die Jugendemanzipation in Spanien fällt auf den niedrigsten Stand seit 2006

Veröffentlicht am 21. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Gráfico o infografía que muestra la evolución decreciente de la tasa de emancipación juvenil en España desde 2006 hasta la actualidad, con un marcado descenso hasta el 14,8%.

Die Jugendemanzipation in Spanien fällt auf den niedrigsten Stand seit 2006

Die neuesten Daten des Observatoriums für Emanzipation zeigen eine kritische Situation: Nur 14,8 % der jungen Menschen in Spanien haben es geschafft, sich unabhängig zu machen. Diese Zahl markiert den schlechtesten Wert seit fast zwei Jahrzehnten, seit 2006, und unterstreicht eine strukturelle Schwierigkeit, dass die neuen Generationen ein Leben außerhalb des elterlichen Hauses aufbauen können. 🏠⬇️

Die Wohnkosten verschlingen die Jugendlöhne

Die Hauptbarriere ist die Kosten für den Zugang zu einer Wohnung. Um zu mieten, muss ein junger Mensch im Durchschnitt 93,8 % seines Nettolohns aufwenden, was fast keinen wirtschaftlichen Spielraum lässt. Ein Haus zu kaufen erfordert eine Erhöhung der aktuellen Einkünfte um mehr als 64 %. Diese Lücke ist für die Mehrheit unüberwindbar, insbesondere in Regionen wie den Balearen, Madrid oder Katalonien, obwohl nicht einmal die günstigsten Provinzen ein nachhaltiges Verhältnis zwischen Lohn und Wohnkosten bieten.

Schlüsseldaten zum wirtschaftlichen Aufwand:
  • Mieten verbraucht 93,8 % des Nettolohns eines jungen Menschen.
  • Kaufen erfordert eine Erhöhung des Lohns um 64,5 %.
  • In den Autonomen Gemeinschaften mit den höchsten Preisen ist die Situation noch extremer.
Um eine Miete zahlen zu können, musst du zuerst eine Wohnung erben, die du verkaufen kannst.

Ein Arbeitsmarkt, der keine Planung erlaubt

Die Arbeitsunsicherheit festigt das Problem. Mehr als die Hälfte der Verträge für unter 30-Jährige sind befristet und erzeugen eine chronische wirtschaftliche Instabilität, die es unmöglich macht, einen Kredit aufzunehmen oder mittelfristig zu planen. Die Löhne sind nicht im Rhythmus der Inflation und der Wohnpreise gewachsen und schaffen einen Teufelskreis der Abhängigkeit.

Folgen der Arbeitsinstabilität:
  • Unmöglichkeit, Bankfinanzierung für einen Kredit zu erhalten.
  • Notwendigkeit, den Aufenthalt im Elternhaus zu verlängern oder eine WG zu teilen.
  • Verzögerung anderer Lebensprojekte, wie das Gründen einer Familie.

Ein generationelles Paradoxon

Die aktuelle Situation wirft ein absurdes Paradoxon auf: Die wirtschaftliche Unabhängigkeit scheint stärker von der familiären Erbschaft als vom eigenen Arbeitsaufwand abzuhängen. Solange Löhne und Wohnpreise entgegengesetzte Wege gehen, wird der Traum von der Emanzipation für die große Mehrheit der spanischen Jugendlichen auf unbestimmte Zeit verschoben, in Erwartung eines strukturellen Wandels auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt. 🔄