
Die Gruppen von Jägern und Sammlern sind nicht so egalitär, wie man glaubt
Eine kürzliche Untersuchung stellt eine in der Anthropologie und der populären Vorstellungswelt tief verwurzelte Überzeugung infrage: dass die Gesellschaften von Jägern und Sammlern Modelle reiner sozialer Gleichheit darstellen. Die Analyse von Daten zahlreicher zeitgenössischer Gruppen zeigt ein viel komplexeres und weniger idyllisches Bild. 🧐
Die Hierarchie zeigt sich im Zugang zu Ressourcen
Die Arbeit zeigt, dass in vielen dieser Gemeinschaften bestimmte Individuen oder Familien mehr Ressourcen kontrollieren, wie Nahrung oder wertvolle Werkzeuge. Diese Kontrolle ermöglicht es ihnen, einen unverhältnismäßigen Einfluss auf Entscheidungen auszuüben, die die Gruppe betreffen. Die Ungleichheit, obwohl nicht immer extrem, ist eine beobachtbare Tatsache und wird oft über Generationen weitergegeben, was die Vorstellung eines absoluten Egalitarismus auf Datenbasis untergräbt.
Schlüssige Beweise für Ungleichheit:- Differenzierter Kontrolle über wesentliche Güter wie Essen und Werkzeuge.
- Ungleicher Einfluss auf kollektive Entscheidungsprozesse.
- Intergenerationale Weitergabe von Vorteilen oder Status innerhalb der Gruppe.
Die Idee eines absoluten Egalitarismus basiert mehr auf einer Idealisierung als auf empirischen Daten.
Das Konzept der Gleichheit muss nuanciert werden
Die Forscher argumentieren, dass der Begriff "Egalitarismus" in diesem Kontext keine totale Abwesenheit von Hierarchie beschreibt. Stattdessen bezieht er sich auf soziale Systeme, die zwanghaften Machtausübung einschränken und Teilen fördern. Dennoch bestehen selbst innerhalb dieser Parameter Statusunterschiede, die auf individuellen Fähigkeiten, Geschlecht, familiärem Stammbaum oder Alter basieren.
Faktoren, die soziale Unterscheidung erzeugen:- Hervorragende Fähigkeiten in der Jagd, Heilung oder Führung.
- Das Geschlecht, das Rollen und Zugang zu bestimmten Ressourcen definieren kann.
- Der familiäre Stammbaum, der Prestige oder Rechte verleiht.
Überprüfung des prähistorischen „egalitären Paradieses“
Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die sozialen Strukturen der Menschheit inhärent komplex und vielfältig sind, sogar in kleinen und nomadischen Gemeinschaften. Das nächste Mal, wenn jemand das egalitäre Paradies der Vorzeit beschwört, ist es hilfreich zu bedenken, dass die Neigung, Unterschiede und Hierarchien zu etablieren, eine tiefe Konstante in der menschlichen Erfahrung zu sein scheint, viel älter als die romantische Sichtweise uns glauben machen wollte. 🦣