Die forensische Ballistik wandelt sich durch Reverse Engineering und 3D-Simulation

Veröffentlicht am 21. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Un modelo 3D detallado de una bala deformada junto a una simulación por elementos finitos mostrando las tensiones durante el impacto contra una superficie sólida, visualizado en software como Abaqus.

Die forensische Ballistik verwandelt sich durch Reverse Engineering und 3D-Simulation

Das Feld der forensischen Ballistik erlebt eine Revolution durch die Übernahme von Methoden der Reverse Engineering und computergestützten physikalischen Simulation. Es reicht nicht mehr aus, die Riefen eines Projektils zu untersuchen, um es mit einer Waffe zu verknüpfen. Der Schlüssel liegt nun darin, die Geschichte zu entschlüsseln, die seine Verformung nach dem Aufprall erzählt. 🔍

Vom physischen Objekt zum präzisen digitalen Modell

Der Prozess beginnt mit der Bergung eines verformten Projektils oder der Lokalisierung des Eintrittsloches. Ein 3D-Scanner hochauflösend wie der Artec Micro wird verwendet, um die exakte Geometrie beider Elemente zu erfassen. Dieser Schritt erzeugt drei-dimensionale digitale Modelle, die als zuverlässige geometrische Basis für die Analyse dienen. Die veränderte Form der Kugel kodiert lebenswichtige Informationen darüber, wie sie mit dem durchbohrten Material interagiert hat – Daten, die eine traditionelle visuelle Untersuchung nicht vollständig extrahieren kann.

Schlüsselphasen der Digitalisierung:
  • Geometrie erfassen: Das Projektil und das Loch werden gescannt, um eine präzise Punktwolke zu erhalten.
  • 3D-Mesh generieren: Die Scanner-Daten werden verarbeitet, um ein oberflächen- oder volumetrisches Modell für die Simulation bereitzustellen.
  • Beweismittel erhalten: Das digitale Modell ermöglicht Analysen ohne Manipulation oder Beschädigung des Originalphysischen Objekts.
Manchmal liegt die Antwort nicht darin, was die Kugel sagt, sondern in der Form, in der sie schweigt, nachdem sie gegen eine Wand geprallt ist.

Den Aufprall simulieren, um die Bahn zu enthüllen

Die 3D-Modelle werden in Software für Finite-Elemente-Analyse wie Abaqus oder LS-DYNA importiert. In dieser Umgebung wird eine ballistische Aufprallsimulation in Hochgeschwindigkeit konfiguriert und ausgeführt. Diese computergestützte Rekonstruktion reproduziert die physikalischen Bedingungen des Aufpralls und ermöglicht es, den exakten Winkel zum Zeitpunkt des Aufpralls abzuleiten. Sobald dieser Richtungsvektor definiert ist, kann eine gerade Linie im 3D-Raum vom Eintrittspunkt aus gezeichnet werden.

Spezialisierte Software für diesen Workflow:
  • Abaqus / LS-DYNA: Zur Simulation der Physik des Aufpralls und der Verformung.
  • FARO Zone 3D: Zur Analyse ballistischer Bahnen und Rekonstruktion von Szenen.
  • Blender oder Meshmixer: Manchmal in vorläufigen Phasen verwendet, um gescannte 3D-Modelle zu verarbeiten und zu reparieren.

Den Ursprung des Schusses mit quantifizierbaren Beweisen triangulieren

Die abschließende Phase findet in Software für 3D-Trajektoriensanalyse statt. Der berechnete Vektor des Eintrittswinkels wird eingegeben und mit anderen Szenendaten wie der Höhe des Lochs und der Position von Hindernissen gekreuzt. Das System verarbeitet diese Informationen und berechnet die wahrscheinlichen Zonen, von denen aus der Schuss abgefeuert werden konnte. Diese Methode reduziert das Suchgebiet für die Ermittler drastisch und verwandelt frühere Vermutungen in objektive und messbare Beweise. Die Integration dieser Technologien markiert einen Wendepunkt in der Kriminaluntersuchung. 🎯