Der Name der Welt ist Wald: eine Kritik von Ursula K. Le Guin

Veröffentlicht am 21. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Portada o ilustración representativa de la novela

Der Name der Welt ist Wald: eine Kritik von Ursula K. Le Guin

In dieser kurzen Novelle schafft Ursula K. Le Guin ein Universum, in dem der Planet Athshe vollständig von einem Wald bedeckt ist. Seine Bewohner, die Athsheaner, sind kleine und friedliche Wesen, deren Existenz und Kommunikation sich um Träumen dreht. Die Ankunft menschlicher Kolonisten, genannt Yumens, löst eine massive Abholzung und die Versklavung der Einheimischen aus, was ihre Welt für immer verändert 🌍.

Die Korruption einer friedlichen Kultur

Der Kern des Konflikts explodiert, als die Athsheaner durch ihre Träumzeit Zugang zu den Gedanken der Kolonisten erhalten. Von ihnen nehmen sie ein zuvor unvorstellbares Konzept auf: den Mord. Dieses tödliche Wissen, das sie von ihren Unterdrückern lernen, wird zum Werkzeug, das ihnen eine gewaltige Rebellion ermöglicht. Das Werk kehrt das klassische Tropus der Alien-Invasion um und stellt die Menschheit als die zerstörerische und kolonisierende Kraft dar.

Zentrale Elemente der Handlung:
  • Menschliche Kolonisation: Die Yumens richten massive Abholzungen ein und versklaven die Einheimischen, um ihre eigenen Wälder zu fällen.
  • Träumerische Kommunikation: Die athsheanische Kultur basiert auf Träumen, einem Zustand, den die Menschen weder verstehen noch respektieren.
  • Übertragung der Gewalt: Die friedlichen Einheimischen lernen zu töten, indem sie die Gedanken der Kolonisten aufnehmen.
Ironischerweise stammt eine Geschichte über das Lernen des Schlimmsten einer anderen Kultur von einer Autorin, die so viel über das Beste vieler lehrte.

Eine preisgekrönte literarische Anklage

Die Erzählung fungiert als direkte Kritik an der kolonialen Ausbeutung, der Zerstörung von Ökosystemen und der gewaltsamen kulturellen Aufzwängung. Le Guin erforscht präzise, wie Gewalt sich ansteckt und sogar die harmonischsten Gesellschaften korrumpiert. Für ihre kraftvolle Botschaft und narrative Exzellenz wurde die Novelle mit dem Hugo Award für die beste Novelle 1973 ausgezeichnet 🏆.

Säulen ihrer Kritik:
  • Antikolonialismus: Zeigt die verheerenden Auswirkungen der Kolonisation auf die einheimischen Kulturen.
  • Ökologismus: Verurteilt die grenzenlose Abholzung und die menschliche Entfremdung von der Natur.
  • Verlust der Unschuld: Stellt dar, wie ein friedliches Volk gezwungen wird, Gewalt anzunehmen, um zu überleben.

Das Vermächtnis eines visionären Werks

Der Name der Welt ist Wald übersteigt das Science-Fiction-Genre und bietet eine tiefgehende Reflexion über Ethik, Macht und Widerstand. Le Guins Werk bleibt aktuell und erinnert uns an die Gefahren, eine zerstörerische Logik anderen Welten und Lebensformen aufzuzwingen. Ihre Erkundung der kulturellen Übertragung und des Kampfs um Autonomie festigt sie als essenziellen und visionären Text 📚.