Der Airón-Schacht: ein Tor zur Unterwelt in La Almarcha

Veröffentlicht am 21. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Fotografía del Pozo Airón, una sima profunda y oscura en el terreno rocoso de La Almarcha, Cuenca, que evoca misterio y antigüedad.

Der Pozo Airón: ein Tor zur Unterwelt in La Almarcha

Im Herzen der Provinz Cuenca bewahrt das Dorf La Almarcha ein uraltes Geheimnis: den Pozo Airón. Die mündliche Überlieferung bezeichnet diesen Ort als direkten Zugang zum Reich der Toten, eine Grenze zwischen unserer Welt und einer anderen, die von Schatten beherrscht wird. Diese Spalte ist Teil eines Netzwerks von Schächten mit demselben Namen, die über Spanien verstreut sind und in alten Zeiten alle verehrt wurden. 🌄

Eine Verbindung zu den Göttern der Erde

Historische Untersuchungen verbinden diese Abgründe mit dem Kult chthonischer Gottheiten, die mit dem Untergrund verbunden sind. Der Name Airón leitet sich wahrscheinlich von einer vorrömischen Gottheit ab, die mit tiefen Gewässern und Abgründen assoziiert ist. Die Unmöglichkeit, ihren Boden zu messen, und die Dämpfe, die aus ihren Eingeweiden aufsteigen könnten, nährten die Idee, dass es ein Tor zur Unterwelt sei. Diese Wahrnehmung machte es zu einem heiligen Ort für Opfergaben an die Götter.

Rituelle Praktiken am Schacht:
  • Opfergaben von Gegenständen von Wert, um die Wesen des Untergrunds zu besänftigen.
  • Durchführung von rituellen Opfern, einschließlich, den Erzählungen zufolge, lebender Wesen, um die Zukunft zu erfragen oder Gunst zu erlangen.
  • Betrachtung des Ortes als Punkt der Kommunikation mit der geistigen Welt und den Ahnen.
Die unbekannte Tiefe der Spalte, zusammen mit den Gasen, die aus ihrem Inneren entweichen könnten, nährte die Idee, dass es ein Zugang zum Reich der Toten sei.

Die Legende lebt im kollektiven Bewusstsein weiter

Heute weckt der Pozo Airón weiterhin Neugier und eine ehrfürchtige Furcht. Obwohl sein physisches Erscheinungsbild das einer weiteren Kluft in der Landschaft ist, halten die Geschichten, die ihn umgeben, seine mythische Aura am Leben. Es heißt, es sei unmöglich, seine Tiefe zu bestimmen, und dass Tiere instinktiv vermeiden, sich ihrer Öffnung zu nähern.

Elemente, die den Mythos aufrechterhalten:
  • Die physische Eigenschaft, eine Spalte von ungemessener Tiefe zu sein.
  • Die ererbten Erzählungen von Generation zu Generation über Opfer und Erscheinungen.
  • Die Persistenz im lokalen Folklore als Relikt des Heiligen und Schrecklichen.

Von alten Ritualen zu einem bleibenden Symbol

Heutzutage sind die einzigen „Opfer“, die vollzogen werden, symbolisch, wie das Werfen eines Steins und das Nicht-Hören seines Aufpralls, wodurch die Hoffnung auf das Finden eines Bodens geopfert wird. Der Pozo Airón festigt seine Rolle als mächtiges Symbol im kollektiven Bewusstsein, ein greifbares Erinnerungsstück an eine Zeit, in der das Göttliche und das Furchtbare in denselben natürlichen Räumen koexistierten. Seine Legende zeigt, wie ein physischer Ort mit Jahrhunderten von Glaubensvorstellungen aufgeladen werden kann, wodurch ein geologischer Unfall zu einem Portal ins Unbekannte wird. 🔮