Das Radioteleskop ALMA steigert seine Empfindlichkeit mit neuen Verstärkern

Veröffentlicht am 24. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Vista panorámica del conjunto de antenas del radiotelescopio ALMA bajo un cielo estrellado en el desierto de Atacama, Chile.

Das Radioteleskop ALMA steigert seine Empfindlichkeit mit neuen Verstärkern

Ein Team von Entwicklern aus Deutschland hat die Installation von 145 Eingangsverstärkern der neuen Generation am Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), dem leistungsstärksten Instrument seiner Art auf dem Planeten, abgeschlossen. Dieses Hardware-Update, das Chips aus Galliumarsenid und Indium verwendet, erneuert vollständig die Eingangs-Schaltkreise seines umfangreichen Antennenverbunds. Die Schlüsseltechnologie-Innovation liegt in seiner Fähigkeit, das Eingangssignal bis zu 300-fach zu verstärken, ohne das Hintergrundrauschen des Systems spürbar zu erhöhen. Dieser technologische Sprung steigert erheblich die Fähigkeit des Observatoriums, umfassendere Daten zu sammeln, einschließlich solcher aus den frühesten Epochen nach dem Ursprung des Kosmos. 🔭

Extrem schwache kosmische Signale verarbeiten

Die implementierte Technologie arbeitet speziell in den Millimeter- und Submillimeter-Bändern des elektromagnetischen Spektrums. Die neuen Verstärker sind darauf ausgelegt, die außergewöhnlich schwachen kosmischen Signale zu handhaben, die die Parabolantennen von ALMA auf dem Höhlenplateau der Atacama-Wüste in Chile auffangen. Durch die Verstärkung des Signals mit dieser beispiellosen Effizienz kann die astronomische Gemeinschaft fundamentale Prozesse wie die Planetenbildung um junge Sterne oder die genaue chemische Zusammensetzung von Molekülwolken in enormen Entfernungen mit unvergleichlicher Detailtreue analysieren.

Direkter Einfluss auf die Beobachtungsfähigkeiten:
  • Ermöglicht das Studium von Phänomenen, die zuvor aufgrund ihrer Schwäche oder weil sie durch das inhärente Instrumentenrauschen überdeckt wurden, unentdeckbar waren.
  • Erfasst die präzisere Kartierung der Verteilung von kaltem Gas in sehr fernen Galaxien, einem Schlüsselfaktor zum Verständnis der Galaxienentwicklung.
  • Macht die Entdeckung komplexer Moleküle im interstellaren Medium möglich und bringt uns näher ans Entschlüsseln der präbiotischen Chemie des Universums.
Diese Verbesserung bringt die Forscher näher ans Verständnis, wie die ersten kosmischen Strukturen nach dem Big Bang zusammengesetzt wurden.

Ein neuer Schwellenwert für die astronomische Forschung

Mit diesem umfassenden Update überschreitet ALMA seine vorherigen Empfindlichkeitsgrenzen. Die Wissenschaftler erwarten, dass das Observatorium nun das Flüstern des Universums mit beispielloser Klarheit hören kann und Informationen erfasst, die zuvor unzugänglich waren. Die Forscher betonen jedoch, dass diese gesteigerte Leistung zur Erfassung natürlicher kosmischer Radiosendungen nicht die Fähigkeit zur Empfang von Radiosendungen intelligenter oder außerirdischer Herkunft bedeutet. Der Hauptfokus bleibt das Enthüllen der physikalischen und chemischen Geheimnisse des Kosmos.

Schlüsselwissenschaftliche Anwendungen der Verbesserung:
  • Tiefe Untersuchung der Stern- und Planetenbildungsprozesse in ihren frühen Stadien.
  • Detaillierte Analyse der Dynamik und Zusammensetzung protoplanetarer Scheiben.
  • Suche und Charakterisierung komplexer organischer Moleküle in Sternbildungsregionen, ein Schritt zum Verständnis der Ursprünge des Lebens.

Die Zukunft der Beobachtung des kalten Universums

Die Integration dieser Galliumarsenid- und Indiumverstärker markiert einen Meilenstein in der Evolution der Millimeterwellen-Radioastronomie. ALMA festigt seine Position als die fortschrittlichste Einrichtung zur Beobachtung des kalten Universums, jenes, das kein sichtbares Licht emittiert, aber seine Geheimnisse durch diese Radiowellenlängen offenbart. Dieser Fortschritt optimiert nicht nur laufende Projekte, sondern öffnet neue Beobachtungsfenster für fundamentale Fragen der Kosmologie und Astroquimie und ermöglicht es der Menschheit, tiefer als je zuvor in die frühe Geschichte und die materielle Zusammensetzung alles Umgebenden einzutauchen. 🌌