
Der kreisförmige Wolkenkratzer von Foster, der nie in Madrid gebaut wurde
Im Norden von Madrid, innerhalb des Campus de la Justicia, der nie fertiggestellt wurde, bleibt eine Narbe im Gelände bestehen: ein riesiger kreisförmiger Graben. Dieses Loch ist das einzige physische Überbleibsel des ambitionierten Plans, das Tribunal Superior de Justicia de Madrid unterzubringen, ein Bauwerk, das vom renommierten Architekten Norman Foster entworfen wurde. Die globale Wirtschaftskrise von 2008 stoppte alles, als nur noch die Basis ausgegraben war, und ließ das zentrale Stück eines Justizkomplexes für immer im Stich. 🏛️
Das visionäre Design eines transparenten Turms
Foster stellte sich einen Zylinder aus Glas und Stahl vor, der 200 Meter in die Höhe ragte. Seine schlanke und kreisförmige Form mit einer vollständig verglasten Fassade sollte die Werte von Gleichgewicht und Transparenz symbolisieren, die die Justiz haben sollte. Das Gebäude sollte die Sitze der höheren Gerichte Madrids in einem Masterplan integrieren, der andere Justizbauten umfasste, von denen einige tatsächlich fertiggestellt wurden.
Schlüsselmerkmale des Foster-Projekts:- Symbolische Höhe: Ein Turm von 200 Metern, um die Skyline des Justizviertels zu dominieren.
- Reine Geometrie: Kreisförmiger Grundriss und kontinuierliche zylindrische Struktur.
- Durchsichtige Fassade: Glasvorhangwand, um die institutionelle Transparenz zu betonen.
- Integration in einen Komplex: Es war das zentrale Stück eines größeren Justizcampuses.
Das Loch, das ein Symbol institutioneller Solidität tragen sollte, ist zu einem unfreiwilligen Denkmal für die Zerbrechlichkeit großer Pläne geworden.
Der verlassene Graben: ein Symbol für gescheiterte Pläne
Heute bleibt der Umfang des riesigen Loches mit Zäunen abgesperrt, während im Inneren natürliche Vegetation wächst. Das sich ansammelnde Regenwasser hat ihm unter Urbanistikexperten den umgangssprachlichen Spitznamen das Schwimmbad eingebracht. Das Grundstück existiert in einem rechtlichen und städtebaulichen Limbo, in Erwartung einer Entscheidung über sein Schicksal, und dient als physische Erinnerung daran, wie wirtschaftliche Realitäten architektonische Ambitionen bremsen können.
Aktueller Zustand und Vermächtnis des Geländes:- Physisches Überbleibsel: Nur die Ausgrabung für die tiefe Fundamentierung bleibt übrig.
- Natürliche Transformation: Der Boden beherbergt ein spontanes Ökosystem und einen temporären Teich.
- Rechtliche Unsicherheit: Das Gelände hat kein klares und definiertes Schicksal.
- Ungeplantes Symbol: Es ist zu einem Ikon für gescheiterte städtebauliche Projekte geworden.
Eine unsichere Zukunft für eine ambitionierte Vergangenheit
Die finale Ironie ist spürbar: die Basis, die ein Emblem institutioneller Festigkeit tragen sollte, monumentalisiert nun die Verletzlichkeit großer Visionen. Dieser Graben im Campus de la Justicia ist nicht nur ein Loch im Boden, sondern ein konkretes Zeugnis einer Epoche, ein Design von Foster, das nie das Licht der Welt erblickte, und eine permanente Erinnerung daran, wie wirtschaftliche Zyklen die städtische Landschaft umschreiben können. Die Zukunft dieses Geländes bleibt eine offene Frage im Gefüge Madrids. 🤔