Das Angoulême-Festival streicht seine Ausgabe 2026 nach massivem Boykott der Branche

Veröffentlicht am 21. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Ilustración que muestra el icónico cartel del Festival de Cómic de Angulema siendo retirado o cubierto, con un ambiente sombrío y figuras de cómic de espaldas, simbolizando el rechazo y la cancelación del evento.

Das Festival von Angoulême streicht seine Ausgabe 2026 nach einem massiven Boykott der Branche

Ein Erdbeben erschüttert die Grundfesten der neunten Kunst in Europa. Die Leitung des Internationalen Comic-Festivals von Angoulême hat die beispiellose Streichung seiner 53. Ausgabe angekündigt, die für Ende Januar 2026 geplant war. Dieses kulturelle Koloss, absolute Referenz der Branche, ist gezwungen, vor dem einhelligen Druck seiner eigenen Community zu kapitulieren, die massenhaft ihre Teilnahme zurückgezogen hat. Der Funke, der die Lunte entzündete, war die Behandlung einer schweren Anschuldigung sexueller Aggression, die von der Gilde als mangelhaft wahrgenommen wurde. 🚫

Eine einheitliche Front der Ablehnung ohne Risse

Die institutionelle Krise brach aus, nachdem eine Anzeige gegen einen Autor mit langer Verbindung zum Festival öffentlich wurde. Die erste Reaktion der Organisatoren, die als ambigu und wenig nachdrücklich empfunden wurde, war der Auslöser einer unaufhaltsamen Reaktion. Der Boykott begann mit einzelnen Autoren und breitete sich wie ein Pulverfass aus, bis er die wichtigsten Verlage erreichte, sowohl die großen Konzerne als auch die emblematischsten unabhängigen Imprints. Das Programm der Messe wurde entkernt, leer an Inhalten und Schlüsselfiguren, was einen unüberbrückbaren Bruch offenbart.

Sofortige Folgen des Boykotts:
  • Massiver Rückzug: Hunderte von Autoren und Dutzende von Verlagen kündigten öffentlich an, nicht an der Ausgabe 2026 teilzunehmen.
  • Leeres Programm: Die wichtigsten Ausstellungen, Gespräche und Präsentationen blieben ohne Teilnehmer, was das Event unmachbar machte.
  • Eine klare Botschaft: Die Branche priorisiert Ethik, Sicherheit und Unterstützung der Opfer über Tradition oder kommerzielle Interessen eines Events.
Der kollektive Druck hat sogar die am besten etablierte Maschinerie zum Stillstand gebracht. Der Bleistift, Werkzeug des Schöpfers, hat sich gegen die Institution gewandt.

Eine Zukunft voller Unsicherheit für das Epizentrum des Comics

Diese Streichung ist kein Parenthese, sondern ein historischer Wendepunkt. Sie wirft tiefe Zweifel am Governance-Modell, der Transparenz und den Werten auf, die ein Festival dieser Größe verteidigen muss. Die Organisatoren stehen nun vor der titanischen Herausforderung, das verlorene Vertrauen wiederherzustellen, ein Prozess, der mehr als Pressemitteilungen erfordert und nachweisbare strukturelle Veränderungen verlangt. In der Zwischenzeit debattiert die Branche intensiv darüber, wie effektive Protokolle gegen Belästigung umgesetzt und sichere Räume für alle geschaffen werden können.

Herausforderungen, vor denen das Festival steht:
  • Legitimitätskrise: Es muss seine Beziehung zu den Schöpfern neu definieren, die sein Grundzweck sind.
  • Führungs Vakuum: Die jährliche Feier des europäischen Comics verliert ihr Haupt-Schaufenster, was anderen Events zugutekommen könnte.
  • Branchenweite Reflexion: Die Debatte erweitert sich auf die gesamte Industrie zu Verantwortung, Macht und Schutzmechanismen.

Ein Drehbuch, das die Geschichte verändert

Das Protokoll des Vorstands, das die Streichung bescheinigt, ist vielleicht die beeindruckendste Zeichnung des Jahres. Es zeigt, dass, wenn die künstlerische Community vereint die Stimme erhebt, sie den Lauf der am tiefsten verwurzelten Institutionen verändern kann. Das Festival von Angoulême steht vor seiner eigenen Neuerfindung oder einem langsamen Verfall. Klar ist: Die Comic-Branche ist herangereift und nicht mehr bereit, bestimmte Verhaltensweisen einfach umzublättern. Die Botschaft steht in Tinte geschrieben: Straffreiheit hat einen Preis, sogar für die Giganten. ✍️