Biologisch abbaubare 3D-gedruckte Verbände für humanitäre Krisen

Veröffentlicht am 24. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Primer plano de un vendaje biodegradable impreso en 3D, diseñado para emergencias médicas. El vendaje tiene una textura flexible con microperforaciones para transpiración y está hecho de material sostenible con un ligero tono translúcido. De fondo, un laboratorio moderno con impresoras 3D en funcionamiento.

Ein innovatives europäisches Projekt namens ANIPH zielt darauf ab, biologisch abbaubare Verbände und nachhaltige Verpackungen für den Einsatz in humanitären Notfällen zu entwickeln. Die Initiative, die sich über vier Jahre erstreckt, wird Polyhydroxyalkanoates (PHA), eine Familie biologisch abbaubarer Polymere, die sich vollständig im Boden, Süßwasser und marinen Umgebungen zersetzen können, einsetzen.

Eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Verbänden

Das Ziel von ANIPH ist es, herkömmliche Baumwollverbände durch eine fortschrittlichere Option zu ersetzen, die aus PHBV, einer Art von PHA mit überlegenen Eigenschaften, hergestellt wird. Obwohl Baumwolle biologisch abbaubar ist, fehlen ihr antimikrobielle Wirkungen, was den Einsatz zusätzlicher Antibiotika erfordert. Um dieses Problem anzugehen, wird das Projekt probiotische Zellulose in die Verbände einbauen, um den Bedarf an Antibiotika zu reduzieren und die bakterielle Resistenz zu minimieren.

3D-Druck für die Personalisierung von Verbänden

Die Universidad de Granada wird die Herstellung dieser Verbände mittels 3D-Druck leiten und so Dicke und Porosität je nach Bedürfnissen jeder Wunde anpassen können. Parallel dazu wird die Agraruniversität Athen Künstliche Intelligenz einsetzen, um Abbauraten vorherzusagen und sicherzustellen, dass die Materialien umweltverträglich sind.

Nachhaltige Produktion mit landwirtschaftlichen Abfällen

Um Kosten zu senken und die Nachhaltigkeit des Prozesses zu verbessern, wird ANIPH organische Abfälle wie hydrolysierte Hefe aus der Brauindustrie und zuckerreiche landwirtschaftliche Nebenprodukte nutzen. Darüber hinaus werden halophile Mikroorganismen eingesetzt, die unter nicht-sterilen Bedingungen arbeiten können, was den Energieverbrauch und die Produktionskosten reduziert.

Reduktion von Emissionen und Abfallmanagement in humanitären Krisen

Geschätzt könnte diese Initiative die CO2-Emissionen um 43% für Verpackungen und um 68% für Verbände im Vergleich zu Alternativen auf Basis fossiler Brennstoffe senken. Es wird auch die Eliminierung von 12.930 Tonnen gefährlicher Substanzen und die Rezirkulation von 1.475 Tonnen Biomasse erwartet. Zur Sicherstellung einer effektiven Umsetzung wird das Projekt mit NGOs und Gesundheitsexperten zu Strategien für das Abfallmanagement in Krisenszenarien zusammenarbeiten.

Auswirkungen auf die zukünftige medizinische Versorgung in Notfällen

Die biologisch abbaubaren Verbände, gedruckt in 3D, stellen eine revolutionäre Alternative für die Behandlung von Wunden in Notfallsituationen dar. Ihr innovatives Design und ihre Produktion aus erneuerbaren Materialien könnten die Abhängigkeit von synthetischen Produkten verringern, die Zugänglichkeit zu effektiven Wundversorgungen verbessern und die Umweltbelastung in von humanitären Krisen betroffenen Gebieten reduzieren.

„Dieser Typ von Innovationen in der Verbandsherstellung könnte die Art und Weise, wie medizinische Versorgungsgüter in Krisenkontexten verwaltet werden, radikal verändern.“

Dank der Kombination aus Biotechnologie, 3D-Druck und Künstlicher Intelligenz ebnet ANIPH den Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft in der humanitären medizinischen Versorgung.