Das CERN hat die Studie für den Future Circular Collider (FCC), einen Nachfolger des LHC, genehmigt. Dieses Projekt, das Protonen erst im Jahr 2070 kollidieren lassen würde, regt zur Reflexion über die Planung wissenschaftlicher Vorhaben im Säkulum-Maßstab an. Wie kann man finanziell und politisch eine Forschung aufrechterhalten, deren Früchte erst nach Jahrzehnten reifen? Es ist ein Akt des Glaubens an das Wissen und die Stabilität unserer Institutionen.
Spitzentechnologie für einen 91 km langen Tunnel ⚙️
Der FCC schlägt einen unterirdischen Ring von 91 Kilometern Länge vor, fast viermal so groß wie der LHC. Sein Ziel ist es, Energien von 100 TeV zu erreichen, was supraleitende Magnete mit Feldern von 16 Tesla erfordert, ein erheblicher technischer Sprung. Die Entwicklung dieser Magnete zusammen mit effizienterer Kryotechnik und fortschrittlichen Vakuum-Systemen bildet den Kern der ingenieurtechnischen Herausforderung. Ein Großteil der anfänglichen Investitionen wird in F&E fließen, um Technologien zu schaffen, die heute noch nicht existieren.
Planen für unsere Urenkel 👨👩👧👦
Es ist tröstlich zu wissen, dass, während wir über jährliche Budgets streiten, Wissenschaftler Linien auf Karten zeichnen für eine Maschine, die anschalten wird, wenn viele von uns schon nicht mehr da sind. Ein Projekt mit einem Zeitrahmen, der die Lebensdauer der meisten Regierungen und Smartphones übersteigt. Vielleicht ist die größte Entdeckung keine Teilchen, sondern die Formel, um Interesse und Finanzierung über fünf Jahrzehnte aufrechtzuerhalten, ein Rätsel, das nicht einmal das Higgs-Boson erklären könnte.