Oriol Vilanova bringt sein Postkartenarchiv in den Spanischen Pavillon in Venedig 2026 🏛️

Veröffentlicht am 19. February 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt

Der Künstler Oriol Vilanova wird Spanien bei der nächsten Biennale in Venedig mit Die Überreste vertreten, einem Projekt, das von Carles Guerra kuratiert wurde. Er wird das Pavillon in ein Pseudomuseum verwandeln, basierend auf Tausenden von Postkarten, die über zwanzig Jahre gesammelt wurden. Die Wandinstallation hinterfragt die traditionellen Modi der Ausstellung und Legitimierung von Kunst und verwendet diese Alltagsobjekte als Relikte persönlicher und kollektiver Erinnerung.

Un muro cubierto de miles de postales antiguas, formando un gran mosaico dentro de la arquitectura clásica del Pabellón de España.

Die Technologie der Akkumulation: physisches Archiv vs. digitale Datenbank 📚

Das Projekt arbeitet mit einer Logik, die der Immaterialität des digitalen Archivs entgegengesetzt ist. Die zentrale Technologie ist der physische Akt der Akkumulation und manuellen Klassifizierung über Jahrzehnte. Die Installation, ein Wandmosaik ohne scheinbare Hierarchien, erfordert eine akribische räumliche Planung, um Tausende einzigartiger Postkarten zu verteilen. Dieses Organisationssystem stellt die algorithmische Indexierung in Frage und schlägt eine visuelle und taktile Navigation durch die Geschichte vor.

Der erste „physische Spam“? Die unendliche Sammlung fremder Erinnerungen 🤔

Man fragt sich, ob Vilanova nach zwei Jahrzehnten des Stöbern auf Flohmärkten das Niveau eines fortgeschrittenen Sammlers erreicht hat: jenes, das bereits Postkarten von Orten besitzt, an denen es nie war, und von Personen, die es nicht kennt. Sein Pavillon wird wahrscheinlich der einzige Ort in Venedig sein, an dem man von Erinnerungen überwältigt wird, die nicht die eigenen sind – ein Gefühl, das jedem vertraut ist, der eine Kiste alter Dinge im Haus seiner Eltern geöffnet hat.