Josep Maria Pou spielt die Hauptrolle in Gigante im Teatro Bellas Artes in Madrid. Das Stück spielt im Jahr 1983 mit dem Schriftsteller Roald Dahl, nachdem er einen Artikel mit antisemitischen Aussagen veröffentlicht hat, die einen öffentlichen Skandal auslösten. Das Drama erzählt vom angespannten Treffen zwischen Dahl und seinen Verlegern, die ihn unter Druck setzen, sich zu distanzieren. Pou beschreibt das Stück als kleines Vorläufer der Cancelkultur, das die Freiheit der Meinungsäußerung und die öffentliche Verantwortung erforscht.
Der dramatische Motor: Rendering von Konflikten in Echtzeit ⚙️
Das Stück funktioniert wie ein mächtiger Motor für narrative Konflikte, wobei das Drehbuch als Quellcode dient, der Emotionen in Echtzeit kompiliert. Die Regie gestaltet die Architektur des Raums, um die Charaktere zu isolieren und ein dialektisches Debugging ihrer Positionen zu erzwingen. Der Schauspieler als zentrale Verarbeitungseinheit muss einen komplexen emotionalen Algorithmus ausführen: die Menschlichkeit eines Charakters zu bewahren, dessen Ideen verwerflich sind, ohne in binäre Vereinfachung abzugleiten.
Benutzerhandbuch zum Abgesagtwerden in den 80ern 📞
Das Stück bietet ein historisches Tutorial darüber, wie man einen Ruf vor den sozialen Medien ruiniert. Schritt 1: Schreibe einen kontroversen Artikel in einer gedruckten Zeitung, wo die Richtigstellung 24 Stunden braucht, um gedruckt zu werden. Schritt 2: Warte auf die Anrufe deiner Verleger, die statt Bots echte Personen mit Festnetznummern sind. Schritt 3: Verteidige deine Position in einem Face-to-Face, ohne die Option, den Gesprächspartner zu blocken. Ein handwerklicher und langsamer Prozess, in dem das Kreuzfeuer nur rhetorisch war und der einzige Thread, der brannte, der der Geduld aller war.