Die angesagten Terrassen haben sich zum perfekten Ökosystem für Rhinoviren entwickelt. Zwischen Umgebungslärm und mangelnder Belüftung in überfüllten Räumen teilen wir mehr als nur Tapas: eine beträchtliche Viruslast. Der enge Kontakt und der geringe Abstand zwischen den Tischen erleichtern die Übertragung von Atemwegsviren und machen jeden Ausflug zu einer Lotterie für unser Immunsystem.
Der Erreger als Problem der Raumoptimierung 🦠
Aus Sicht der Fluiddynamik funktioniert eine gesättigte Terrasse wie ein kontinuierlicher Mischreaktor. Die Luftwechselrate ist in der Regel niedrig, und die Menschendichte erzeugt eine hohe Konzentration von Aerosolen. Wendet man Partikeldispersionsmodelle an, erzeugt jedes laute Gespräch oder Niesen eine Tröpfchenwolke, die bis zu 2 Meter weit reichen kann. Der Risikofaktor R0 übersteigt in diesen Umgebungen den von gut belüfteten Innenräumen.
Herdenimmunität oder Thekenimmunität 🍻
Einige glauben, dass die Exposition gegenüber überfüllten Terrassen wie ein Intensivkurs in angewandter Immunologie ist. Nach drei aufeinanderfolgenden Erkältungen entwickelt man eine beneidenswerte Resistenz gegen Rotz und die Ausreden der Freunde. Das Problem ist, dass man zwischen der zweiten Runde Bier und dem dritten Niesen bereits sein virales Erbgut mit der halben Stadt geteilt hat. Es ist keine Herdenimmunität, sondern Thekenimmunität.