Das unabhängige Label SHP Comics bereitet den Start von B.O. Wolf vor, einer limitierten Serie, die das epische Gedicht Beowulf neu interpretiert. Die Erzählung entfaltet sich in zwei parallelen Zeitsträngen: einer im Skandinavien des 6. Jahrhunderts und einer in einer heutigen High School. Während sich die junge Beo in der Vergangenheit dem Monster Grendel stellt, kämpft die Schülerin Wulf in der Gegenwart mit sozialen Konflikten. Mit einem Drehbuch von Josh Trujillo und der Kunst von Claire Roe überträgt die Serie klassische Themen wie Identität und Gemeinschaft in einen für ein junges Publikum zugänglichen Kontext.
Duale Erzählung und parallele Struktur im zeitgenössischen Comic 📖
Der technische Ansatz von B.O. Wolf basiert auf einer dualen Erzählstruktur, die ein sorgfältiges Gleichgewicht erfordert. Das kreative Team muss thematische Kohärenz zwischen zwei radikal verschiedenen Epochen und Szenarien wahren, dem epischen und dem alltäglichen, ohne dass eine Handlungslinie die andere dominiert. Die Herausforderung liegt im Rhythmus des Schnitts und im visuellen Design, wo die Kunst die beiden Realitäten klar unterscheiden muss, während sie die emotionalen Parallelen unterstreicht. Es ist eine Übung in der Montage, die zwei scheinbar weit entfernte Welten durch einen gemeinsamen menschlichen Konflikt verbinden will.
Vom Kampf gegen Grendel zum Überleben in der High School 😅
Die Adaption stellt eine merkwürdige Gleichsetzung von Bedrohungen auf. Auf einer Ebene stellt sich eine Heldin einem uralten Monster, das einen Met-Saal terrorisiert. Auf der anderen muss ein Teenager durch die nicht weniger gefährlichen Flure einer amerikanischen High School navigieren, wo die Monster die Form von Popularität, Ausgrenzung oder Gruppenarbeiten annehmen können. Es bleibt die Frage, in welchem Szenario mehr Scharfsinn und Willenskraft erforderlich sind. Zumindest ignoriert dich Grendel nach den Sommerferien nicht auf den Fluren.