Der neue Film von Markus Schleinzer, Rose, holt Catharina Margaretha Linck aus der Vergessenheit, die 1721 wegen Sodomie hingerichtet wurde. Sandra Hüller spielt eine entstellte Veteranin, die in eine abgeschiedene Gemeinschaft zurückkehrt und sich als Mann ausgibt. Der Film erkundet, wie die männliche Identität im 17. Jahrhundert ein Ausweg vor Zwangsheiraten, Gewalt oder Armut war.
Der Motor des Dramas: historische Genauigkeit und visuelle Rekonstruktion 🎬
Schleinzer recherchierte Dutzende Fälle von Frauen, die im frühneuzeitlichen Europa männliche Identitäten annahmen. Für die Inszenierung studierte das Kunstteam Kupferstiche der Epoche und originale Gerichtsdokumente des Falls Linck. Die Kameraführung nutzt natürliches Licht und enge Bildausschnitte, um die soziale Isolation widerzuspiegeln. Sandra Hüller arbeitete mit einem Bewegungscoach, um männliche Gesten des 18. Jahrhunderts nachzuahmen, ohne in Karikaturen zu verfallen.
Geschlechtswechsel: die Low-Cost-Lösung des 17. Jahrhunderts 😅
Während man heute einen bürokratischen Akt und einen Psychologen braucht, reichte es im Jahr 1700, sich die Haare zu schneiden und eine Hose anzuziehen. Rose zeigt, dass der effektivste Geschlechtswechsel der Geschichte darin bestand, sich nicht zu waschen und ein wenig zu knurren. Schade nur, dass das Ende nicht so lustig ist: Die Protagonistin endet auf dem Scheiterhaufen, was schlimmer ist, als beim Standesamt Schlange zu stehen.