Jaboury Ghazoul, Professor für Ökosystemmanagement an der ETH Zürich, argumentiert, dass Gerechtigkeit und Fairness grundlegende Säulen für den Erfolg von Rewilding-Projekten sind. Diese Prozesse zielen darauf ab, Land in einen wilderen Zustand zurückzuversetzen, werden jedoch oft ohne Konsultation der lokalen Gemeinschaften durchgesetzt. Die Folge sind Konflikte, die die Durchführbarkeit der ökologischen Wiederherstellung gefährden.
Das technische Dilemma der Verteilung von Kosten und Nutzen ⚖️
Ghazoul identifiziert die Verteilungsgerechtigkeit als zentrales Problem. Während der Ökotourismus von der Wiederansiedlung von Adlern und Bibern profitiert, erleiden Landwirte Viehverluste und Überschwemmungen. Die derzeitige Entschädigung ist unzureichend, da sie emotionale und psychologische Kosten sowie den Verlust des zukünftigen Landwerts nicht abdeckt. Um voranzukommen, müssen Projekte Metriken für soziale Auswirkungen integrieren und Verteilungssysteme entwerfen, die die direkt Betroffenen nicht ignorieren.
Touristenadler, überschwemmte Kühe und ein Scheck, der nicht ankommt 💸
Der Plan scheint perfekt: Du setzt ein paar Biber aus, alle sind glücklich, zuzusehen, wie sie Dämme bauen, und die Landwirte bleiben mit den überfluteten Feldern zurück. Dann kommen die Adler, die ab und zu ein Lamm fressen, aber hey, die Touristen machen wunderschöne Fotos. Die versprochene Entschädigung reicht gerade für den Kaffee des Reiseveranstalters. Und dann wundert man sich, warum die Einheimischen die Rückkehr zur Wildnis nicht bejubeln.