Jaboury Ghazoul, Professor für Ökosystemmanagement an der ETH Zürich, argumentiert, dass Gerechtigkeit und Fairness Grundpfeiler für den Erfolg von Rewilding-Projekten sind. Diese Prozesse stellen Land in natürliche Zustände zurück, werden aber oft ohne Konsultation der lokalen Gemeinschaften durchgesetzt, was zu Konflikten führt. Ghazoul betont, dass Verteilungsgerechtigkeit ein zentrales Problem ist: Der Ökotourismus profitiert von wiederangesiedelten Arten, während Landwirte unter Viehverlusten und Überschwemmungen leiden.
Technologie zur Messung der Auswirkungen und zum Ausgleich von Verlusten 🌿
Die technologische Lösung ist nicht magisch, aber sie hilft. Überwachungssysteme mit Drohnen und Sensoren ermöglichen es, die Bewegungen von Adlern und Bibern in Echtzeit zu verfolgen. Diese Daten werden in GIS-Plattformen integriert, um Risikozonen für die Landwirtschaft zu kartieren. So können Entschädigungen auf der Grundlage tatsächlicher Ernte- oder Viehverluste berechnet werden, nicht auf vagen Schätzungen. Ghazoul kritisiert, dass die derzeitige Entschädigung unzureichend ist und emotionale Kosten sowie den Verlust des zukünftigen Landwerts ignoriert. Blockchain-Werkzeuge könnten automatische und transparente Zahlungen an die Betroffenen gewährleisten.
Glückliche Ökotouristen, ertrinkende Landwirte (buchstäblich) 💧
Während Touristen dafür bezahlen, einen Biber beim Bau seines Damms zu sehen, sieht der benachbarte Landwirt, wie sein Feld überschwemmt wird. Rewilding ist großartig für Selfies mit Adlern, aber nicht so toll für denjenigen, der ein Schaf verliert. Ghazoul schlägt vor, dass die Entschädigung sogar das Trauma abdecken sollte, das eigene Land in einen Themenpark verwandelt zu sehen. Vielleicht kommt als Nächstes die Installation von Zahlungsschranken: Wenn du wilde Natur willst, bezahle die Rechnung für die Überschwemmungen. Oder besser, schenke dem Landwirt einen VIP-Pass, damit er die Show von seinem Dach aus sehen kann.