Flüchtlinge vor dem Nazismus in Jugoslawien, ein vergessenes Kapitel

22. April 2026 Veröffentlicht | Aus dem Spanischen übersetzt

Zwischen 1933 und 1941 bot das Königreich Jugoslawien eine wenig bekannte Fluchtroute für verfolgte Deutsche, Juden und politische Gegner. Im Gegensatz zu beliebteren Zielen gewährte Jugoslawien erneuerbare temporäre Visa und Arbeitserlaubnisse. Die Schauspielerin Tilla Durieux und ihr Ehemann gehörten zu denen, die nach Zagreb ins Exil gingen. Die Historikerin Marie-Janine Calic dokumentiert dieses Kapitel in einem preisgekrönten Buch.

Ein Flüchtlingspaar erhält Dokumente in einem jugoslawischen Büro, mit Koffern an ihrer Seite.

Die Logistik des Asyls: Visa und Fluchtnetzwerke auf dem Balkan 🧭

Das jugoslawische System arbeitete mit einer für die Zeit bemerkenswerten administrativen Effizienz. Die Flüchtlinge erhielten Transitvisa, die im Land regelmäßig verlängert wurden. Diese Nachsicht schuf ein informelles Netzwerk der Unterstützung und Informationsweitergabe. Die Adriaküste wurde zu einem kritischen Punkt für die endgültige Flucht auf dem Seeweg, eine Operation, die von lokalen Kontakten und gefälschten Dokumenten abhing – ein komplexer Prozess vor der Digitalisierung.

Ein Seebad an der Adria als Vorstufe zum Exil 🏖️

Stellen Sie sich die Szene vor: Sie fliehen vor dem furchterregendsten Regime Europas und Ihr vorübergehendes Ziel ist ein Seebad an der dalmatinischen Küste. Dort, zwischen Sonnenbädern und Konsulatsangelegenheiten, planen Sie Ihre endgültige Flucht. Es war ein Exil mit Zwischenstopp in einem Resort, wo das größte Dilemma die Wahl sein konnte, per Schiff nach Italien zu fliehen oder noch einen Monat länger zu bleiben, um das Visum zu verlängern. Die Geschichte hat manchmal einen eigenartigen geografischen Humor.