Die Professorin Martina Rau stellt eine notwendige Debatte über künstliche Intelligenz in den Klassenräumen der frühkindlichen Bildung auf. Gegenüber extremen Positionen schlägt sie einen nuancierten Ansatz vor. Die KI ist bereits in vielen Bildungsumfeldern Realität, weshalb die Diskussion sich auf ihren angemessenen Einsatz richten muss. Der Schlüssel liegt darin, zu unterscheiden welche Fähigkeiten ohne Hilfe entwickelt werden müssen und wo die Werkzeuge Verbündete sind.
Unterscheidung zwischen Basisfähigkeiten und kognitiven Werkzeugen 🤔
Der technische Kern ihres Vorschlags ist eine funktionale Klassifikation. Einerseits gibt es die grundlegenden Fähigkeiten, die Kinder autonom verinnerlichen müssen, wie die physische und mentale Handlung des Schreibens, um das Denken zu strukturieren. Andererseits die Aufgaben, bei denen der Einsatz externer kognitiver Werkzeuge angemessen ist. Diese Werkzeuge können analog sein, wie ein Abakus, oder digital, wie ein KI-Assistent. Das Kriterium ist pädagogisch, nicht technologisch.
Von der Kreide zum Chatbot: die ewige Debatte des „mach es selbst“ 😅
Es ist dasselbe Drama wie immer, nur mit anderer Besetzung. Früher waren die Puristen schockiert, wenn ein Kind einen Taschenrechner für 2+2 benutzte. Heute ist der Skandal, wenn es eine KI bittet, zu erklären, warum der Himmel blau ist. Laut Rau geht es nicht darum zu verbieten, sondern zu fragen wozu wir das Werkzeug einsetzen. Vielleicht ist der wahre Fortschritt nicht die Technologie, sondern dass die Erwachsenen lernen, keine Angst vor allem Neuen zu haben. Oder das, oder wir kehren zu den Tontafeln zurück.