Der italienische Ministerrat hat einem Arbeitsgesetzesdekret grünes Licht gegeben, das den gerechten Lohn an die Tarifverhandlungen knüpft, begleitet von Beschäftigungsanreizen im Wert von einer Milliarde Euro. Das Paket umfasst Prämien von bis zu 650 Euro monatlich für unter 35-Jährige und 800 Euro für benachteiligte Arbeitnehmerinnen in besonderen Zonen im Süden, zusammen mit Maßnahmen gegen den digitalen Caporalato.
Digitaler Caporalato und algorithmischer Schutz für Lieferfahrer 🤖
Das Dekret führt Mechanismen zur Bekämpfung des digitalen Caporalato ein, jener Praxis, bei der Algorithmen undurchsichtig über Schichten und Löhne entscheiden. Die Lieferfahrer von Plattformen erhalten mehr rechtlichen Schutz, mit dem Recht auf klare Informationen über die Arbeitsbedingungen. Zudem werden die Löhne automatisch um 30% der harmonisierten Inflation angepasst, wenn ein Vertrag nicht innerhalb von 12 Monaten erneuert wird, um zu verhindern, dass Prekarität zur Norm wird.
Express-Verlängerung: 12 Monate oder Gehaltserhöhung 📈
Das Dekret enthält ein Schmankerl: Wird der Vertrag nicht innerhalb eines Jahres erneuert, steigt das Gehalt um 30% der Inflation. Das heißt, wenn der Chef vergisst, das Papier zu unterschreiben, verdient der Angestellte mehr. Es wirkt fast wie ein Anreiz für Unternehmer, ihren Fälligkeitskalender zu verlieren. Allerdings wird man sehen müssen, ob italienische Unternehmen lieber zahlen oder Termine im Kopf behalten.