Additive Fertigung in der Energiebranche: Von Prototypen zu operativen Bauteilen

21. April 2026 Veröffentlicht | Aus dem Spanischen übersetzt

Der industrielle 3D-Druck verlässt im Energiesektor seine experimentelle Phase und etabliert sich als echtes Produktionswerkzeug. Der Fokus liegt nicht mehr auf isolierten Demonstrationen, sondern auf der Schaffung wiederholbarer Anwendungen, die die Verfügbarkeit von Anlagen erhöhen, die Lieferzeiten für Ersatzteile verkürzen und Modelle der verteilten Fertigung ermöglichen. Dieser operative Einsatz markiert einen bedeutenden Wandel im Lebenszyklusmanagement von Ausrüstungen.

Eine industrielle 3D-Drucker fertigt ein komplexes Metallturbinenteil in einem Kraftwerk.

Vom Einzelteil zum System: Fälle von Siemens Energy und Equinor 🏭

Der Fortschritt zeigt sich in zwei komplementären Ansätzen. Einerseits produzieren Hersteller wie Siemens Energy zertifizierte kritische Komponenten, wie Gasturbinenschaufeln oder Brennstoffeinspritzdüsen, mit optimierten Geometrien, die nur durch Materialauftragung realisierbar sind. Andererseits implementieren Betreiber wie Equinor ein umfassendes System mit Rahmenvereinbarungen für die bedarfsgerechte Fertigung von Ersatzteilen in der Nähe ihrer Anlagen, wodurch die Abhängigkeit von langen Lieferketten verringert wird.

Ade Schrottlager, hallo digitales STL-Archiv 💾

Der Traum von einem physischen Lager voller Ersatzteile, die man nie benutzt, verblasst. Jetzt besteht die Herausforderung darin, eine digitale Bibliothek von 3D-Modellen geordnet und aktuell zu halten. Das Problem der Oxidation wird durch das Problem der Dateiversionierung ersetzt. Und man denkt sich: Früher hat man geflucht, weil man ein Teil nicht im Regal fand; heute wird man fluchen, weil man die richtige Datei in einem Ordner mit kryptischen Namen nicht findet. Der Fortschritt hat seine Paradoxien.