Die Münzauthentifizierung ist mit der Anwendung der konfokalen 3D-Vermessung in eine neue Ära eingetreten. Ein aktueller Fall zeigt, wie diese Technologie es Sachverständigen ermöglicht, hochwertige Fälschungen durch die Analyse der Oberfläche der verdächtigen Münze zu erkennen. Der entscheidende Befund liegt in den Erosionsmustern, direkten Beweisen dafür, dass der falsche Stempel aus einer echten Münze und nicht aus einem Originaldesign hergestellt wurde.
Forensische Pipeline: Vom konfokalen Scan zur Beweiskarte 🔬
Der forensische Arbeitsablauf beginnt mit dem konfokalen 3D-Scan der verdächtigen Münze unter Verwendung eines optischen Profilometers wie dem Sensofar S neox. Dieses Gerät erfasst die Oberflächentopographie mit nanometrischer Auflösung und erzeugt eine hochdichte Punktwolke. Die Rohdaten werden in Gwyddion, einer Software zur Oberflächenanalyse, verarbeitet. Hier wendet der Sachverständige Filter an, um die allgemeine Krümmung der Münze zu entfernen und die mikrometrischen Details hervorzuheben. Die Analyse zeigt lineare und parallele Mikroriefen, die charakteristisch für die funkenerosive Bearbeitung (EDM) sind. Diese Spuren sind die Signatur des Herstellungsprozesses des Stempels: Eine Elektrode kopiert die Form einer echten Münze und erodiert den Stahl des Stempels. Schließlich werden farbige 3D-Karten und Höhenkarten exportiert, die, in Photoshop verfeinert, als unwiderlegbarer visueller Beweis in einem Sachverständigengutachten dienen.
Gutachterliche Implikationen: Der technische Beweis des geerbten Stempels ⚖️
Dieser Ansatz transformiert die forensische Numismatik, indem er einen objektiven technischen Beweis liefert. Das Vorhandensein von Erosionsmustern bestätigt nicht nur die Fälschung, sondern verbindet den falschen Stempel direkt mit einer bestimmten Originalmünze. Der Sachverständige stützt sich nicht mehr nur auf Unterschiede im Gewicht oder in der Legierung; er kann nun mit einer 3D-Karte nachweisen, dass das Prägewerkzeug geklont wurde. Dieser Beweis ist vor Gericht robust, da der Prozess reproduzierbar und die Daten quantifizierbar sind, was den Verifikationsstandard im Kampf gegen die numismatische Fälschung erhöht.
Welche Einschränkungen hat das konfokale 3D-Scannen bei der Erkennung von Mikroabnutzungsspuren oder Oberflächenkorrosion an alten Münzen, die im Umlauf waren?
(PS: In der forensischen Pipeline ist es am wichtigsten, die Beweise nicht mit den Referenzmodellen zu vermischen... sonst hat man am Ende ein Gespenst am Tatort.)