Das Museo del Prado holt ein Werk zurück, das im Madrid Ferdinands VII. in aller Munde war: El año del hambre en Madrid (Das Hungerjahr in Madrid) von José Aparicio. Als politische Propaganda konzipiert, eroberte das monumentale Gemälde die Popularität und ließ Goya hinter sich. Heute, nach Jahrzehnten in Ecken verbannt, kehrt es ans Licht zurück, um uns daran zu erinnern, dass Erfolg und Vergessen zwei Seiten derselben Medaille sind. 🖼️
Die Technologie hinter der Rettung einer Reliquie des 19. Jahrhunderts 🔬
Die Restaurierung dieser über fünf Meter großen Leinwand erforderte Techniken der Bildverarbeitung und multispektrale Analysen, um Schichten aus oxidiertem Firnis und historische Übermalungen zu erkennen. Es wurden Infrarot-Reflektografiescanner eingesetzt, um die darunterliegende Zeichnung sichtbar zu machen, sowie Röntgenstrahlen, um die Struktur des Keilrahmens zu untersuchen. Das Konservierungsteam musste die Malschicht stabilisieren und Schmutzablagerungen entfernen, ohne die originale Patina zu beschädigen – ein Prozess, der Präzisionschemie und kontrollierte Beleuchtungssysteme kombiniert.
Ein Gemälde, das viraler war als ein Meme der damaligen Zeit 😂
Dass ein Gemälde über Hunger und Elend zum Hit des Augenblicks wurde, hat schon etwas für sich. Im 21. Jahrhundert würde jeder Influencer darum weinen, die Reichweite zu haben, die Aparicio mit seinem Werk erzielte: Drucke, Gedichte und sogar Straßenlieder. Das Seltsame ist, dass die Leinwand nach all dem Erfolg schließlich einen Flur schmückte. Gut, dass es damals keine NFTs gab, sonst müssten wir jetzt Urheberrechte zahlen, um ein Bild über den Hunger anzusehen.