Eine Studie mit DNA von Individuen, die zwischen 18.000 und 200 Jahre alt sind, stellt die Annahme in Frage, dass moderne Allergien eine unvermeidliche Folge unseres genetischen Erbes seien. Die Forscher identifizierten genetische Varianten, die sich in den letzten 10.000 Jahren verbreiteten, und zeigten, dass die Evolution das Immunsystem auf unterschiedliche, nicht eindimensionale Weise verfeinerte.
Die Genomanalyse offenbart eine komplexere Immunentwicklung als erwartet 🧬
Beim Vergleich alter Genome mit modernen Daten fanden Wissenschaftler heraus, dass einige Varianten, die bei der Bekämpfung von Infektionen wie Tuberkulose oder Grippe halfen, tatsächlich das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöhen. Viele andere mit der Immunität verbundene Varianten verringern jedoch das Risiko für Asthma und Allergien. Dies deutet darauf hin, dass es sich nicht nur um einen Trade-off zwischen Infektionsschutz und Allergien handelt; die natürliche Selektion wirkte differenzierter und bot auf der einen Seite Schutz und auf der anderen Seite Risiko.
Spoiler: Deine Pollenallergie ist nicht die Schuld deiner Höhlenvorfahren 🌿
Den Genen zufolge haben dich deine Vorfahren also nicht dazu verdammt, jeden Frühling zu niesen, nur weil sie ihr Leben in erdigen Höhlen verbracht haben. Einige haben dir sogar Gene hinterlassen, die dich schützen sollten. Aber klar, die Evolution hat nicht vorhergesehen, dass du 8 Stunden am Tag vor einem Bildschirm sitzt und klimatisierte Luft einatmest. Wenn du niest, liegt es also nicht am Neandertaler: Es liegt an deinem modernen Lebensstil und deinem Schimmelpilzplakat im Bad.