Der Internationale Strafgerichtshof hat die Anklage gegen Rodrigo Duterte wegen seines Krieges gegen Drogen auf den Philippinen bestätigt. Die Vorverfahrenskammer I hat einstimmig drei Anklagepunkte wegen Mordes und Mordversuchs als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gebilligt. Der ehemalige Präsident wird sich einem Verfahren stellen müssen, in dem seine Verantwortung für die außergerichtlichen Hinrichtungen, die seine Amtszeit prägten, bewertet wird.
Überwachungssysteme und die digitale Spur eines schmutzigen Krieges 🕵️
Während des Drogenkrieges nutzten die philippinischen Behörden dezentrale Datenbanken zur Erfassung von Einsätzen, jedoch ohne strenge forensische Kontrolle. Die Anklagebehörde des IStGH hat die Ereignisse durch die Analyse von Mobilfunkkommunikation, Geolokalisierung von Hinrichtungen und digitalen Zeugenaussagen rekonstruiert. Die Beweise umfassen Nachrichtenketten zwischen Polizeieinheiten und Aufzeichnungen von Gefallenen, die laut den Ermittlern ein systematisches Muster von koordinierten Morden aus den oberen Führungsebenen zeigen.
Duterte: Vom Krieg gegen Drogen zum Krieg der gerichtlichen Aussagen 😅
Duterte steht nun vor einem Verfahren in Den Haag, bei dem seine Anwälte versuchen werden zu erklären, dass die 6.000 Todesfälle einfach schlecht gemeldete Verkehrsunfälle waren. Der ehemalige Machthaber, der versprach, 100.000 Kriminelle zu töten, sieht sich nun einem System gegenüber, das von populistischen Drohungen nichts versteht. Ironie des Schicksals: Derselbe Mann, der damit prahlte, die Geißel der Drogenhändler zu sein, muss nun erklären, warum seine Methoden nicht gerade eine Zahnpasta-Werbung waren.