Jahrzehntelang war Catia der De-facto-Standard im Industrie- und Luft- und Raumfahrtdesign. Nun, mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz, steht die Software von Dassault Systèmes vor ihrer größten Veränderung seit dem Wechsel von Zeichenbrettern zu Bildschirmen. Die Frage, die in den Foren kursiert, ist, ob die KI den Arbeitsablauf optimieren oder einfach nur eine weitere Komplexitätsebene zu einem Werkzeug hinzufügen wird, das ohnehin schon eine steile Lernkurve hat.
Generative Automatisierung und prädiktive Simulation in Catia 🤖
Die Integration von KI in Catia konzentriert sich auf zwei Schlüsselbereiche: generatives Design und prädiktive Simulation. Die 3DEXPERIENCE-Plattform ermöglicht es Algorithmen bereits, Designvarianten basierend auf Gewichts-, Festigkeits- oder Materialbeschränkungen vorzuschlagen, wodurch manuelle Iterationen reduziert werden. Darüber hinaus beginnen Simulationsmodule, maschinelles Lernen zu nutzen, um strukturelle Fehlerpunkte vorherzusagen, ohne vollständige Berechnungen durchführen zu müssen. Dies ersetzt den Ingenieur nicht, automatisiert aber repetitive Aufgaben, die zuvor Stunden in Anspruch nahmen.
Der Tag, an dem Catia den Praktikanten bittet, Kaffee zu kochen ☕
Klar, das klingt alles sehr schön, bis die KI ein spiralförmiges Teil vorschlägt, das nicht einmal ein Erstsemesterstudent bestehen würde. Der virtuelle Assistent von Catia wirkt derzeit eher wie ein Praktikant mit Eigeninitiative denn wie ein Experte: Er schlägt Dinge vor, aber man muss sie genau unter die Lupe nehmen. Immerhin beschwert er sich nicht über Überstunden und fragt nicht nach dem Gehalt. In der Zwischenzeit kämpfen wir weiter mit den Skizzen und träumen davon, dass die KI auch die Berichte für uns schreibt.