Das Arxiu del Regne de Mallorca hat einen dokumentarischen Schatz erhalten: den Bestand von Can Juncosa, der emblematichen Möbelfabrik, die das 20. Jahrhundert auf den Balearen prägte. Von der Familie übergeben, umfasst dieses Unternehmensarchiv Rechnungen, Pläne und Fotografien, die die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Inseln von ihren Anfängen bis ins 21. Jahrhundert nachzeichnen. Ein Vermächtnis, das zeigt, wie ein lokales Unternehmen Hotels, Institutionen und Haushalte ausstattete und Hunderte von Arbeitern beschäftigte.
Von der Handsäge zum mallorquinischen Industriedesign 🪵
Der Dokumentenbestand von Can Juncosa ermöglicht es, den technologischen Wandel in der Möbelherstellung nachzuvollziehen. Er enthält technische Zeichnungen, die von handwerklichen Montagen bis hin zu Serienproduktionsprozessen mit elektrischen Maschinen reichen. Diese Dokumente spiegeln die Übernahme industrieller Tischlertechniken, die Verwendung lokaler und ausländischer Hölzer sowie die Standardisierung von Teilen für den Hotelsektor wider. Die Buchhaltungs- und Personalunterlagen liefern Daten zur Mechanisierung der Werkstatt und zeigen, wie sich das Unternehmen an die Anforderungen eines wachsenden Marktes anpasste.
Als ein Möbelstück mehr zählte als eine Hypothek 🛋️
Es ist merkwürdig, dass mitten im Zeitalter des Klicks und der Pappmöbel das Archiv einer hundertjährigen Fabrik Schlagzeilen macht. Während wir heute mit Möbeln dekorieren, die wie Spielzeug aussehen, produzierte Can Juncosa Stücke, die länger hielten als eine Regierung. Der Bestand zeigt, dass die Leute früher einen Schrank kauften und mit ihm starben, nicht wie heute, wo sie ihn alle zwei Umzüge austauschen, weil er nicht einmal den Transport übersteht. Ironie des Fortschritts: Jetzt bewahren wir Papiere von alten Möbeln auf, anstatt die Möbel selbst zu haben.